16. Etappe: Vom Salzstiegelhaus auf die Pack

16. Etappe: Vom Salzstiegelhaus auf die Pack

Geschrieben am 30.09.2018
von WEGES - Elisabeth und Silvia

Freitag, 29.09.2018

Wanderdaten:

  • 5 Stunden reine Gehzeit (mit Pausen 7 1/2 Stunden)
  • Ca. 20 Kilometer und ca. 450 Höhenmeter im Auf- und  830 im Abstieg
  • Frittatensuppe, Pariserschnitzel mit Kartoffel und Salat, Spagatkrapfen

Bedeutsam für diese Etappe:

  • Weite weiche Bergrücken mit Fernsicht
  • Eine der schönsten Etappen am Weitwanderweg
  • Shuttle vom Moasterhaus auf´s Salzstieglhaus
  • Am Bergrücken gibt es keine Quellen – genug Flüssigkeit einpacken

Weitwanderfinessen:

  • Regenschutz getragen: gar nicht – das wird jetzt schon langweilig
  • Körperpflege: Dusche im Zimmer

 

FESCH BIST! Wenn so eine Aussage auf dem Badezimmerspiegel im Hotelzimmer nicht motiviert, was dann? Wir haben herrlich geschlafen und der Blick aus dem Zimmer ist vielversprechend. Sonne, blauer Himmel und sonst gar nichts.



Foto: Fesch bist!

Im Frühstücksraum tummeln sich viele Kinder, die gerade von den Lehrern eine Einweisung in „Welche Grundregeln gibt es bei einem Frühstücksbuffet!“ bekommen. Und aus der Beobachterrolle können wir feststellen, dass alles vorzüglich funktioniert. Keine Schlacht am kalten Buffet, kein Herumgekreische, kein Laufen …. Kompliment an Schüler und Lehrer;-)

Wir frühstücken ganz gemütlich und können uns für die heutige Etappe auch gleich die Jause selbst richten. Das ist übrigens auch von Betrieb zu Betrieb verschieden. Oft bekommen wir die Jause fix fertig serviert oder wir sollen uns vom Buffet einfach nehmen, was wir wollen. So oder so, die Betriebe reagieren auf den Wunsch, eine Jause mitzunehmen, sehr zuvorkommend. Wir haben Haferflocken und Nüsse mit und können so unser Porridge extra machen.

Bevor wir mit dem Auto wieder zum Salzstiegelhaus gebracht werden, machen wir noch einige Fotos mit Regina, der Chefin des Moasterhauses. Sie berichtet uns von den zusätzlichen Serviceleistungen (z.B. Wäsche waschen) und auch der Möglichkeit für Wanderer, abgeholt oder gebracht zu werden.



Foto: Mit Regina und Steiermarkherz vor dem Moasterhaus

Es ist so ein schöner Tag und wir freuen uns auf diese Etappe ganz speziell, da wir diese Überschreitung noch nie geschafft haben, aber schon lange vorhatten. Bis zum Peterer Sattel kennen wir die Strecke und dann beginnt für uns Neuland. Wir genießen jeden Meter in Richtung Süden.



Foto: Nach dem Peterer Sattel geht es gemütlich weiter

Wir wandern und haben das Gefühl von Unendlichkeit. Diesen Weg können wir nur empfehlen: geringe An- und Abstiege, freie Sicht auf beide Talseiten, gut markierte und eindeutige Wege. Ruhig ist es hier, nur das mächtige Röhren der Hirsche ist so hören. Bei diesem Geräusch muss man einfach stehenbleiben und schauen. Wir sehen die Hirsche nicht, haben aber das Gefühl, dass sie ganz nah sein müssten. Spannend und beeindruckend zugleich.



Foto: Gut markierte Wege erleichtern das Wandern schon sehr

Wir haben wieder einmal einen herrlichen Tag mit Sonne ohne Ende, wodurch sich auch für uns das Wandern deutlich erleichtert. Für den Rother Wanderführer „Vom Gletscher zum Wein“ sind neben einer genauen Wegbeschreibung auch schöne Fotos gefordert. Seit Tagen ist das eine leichte Aufgabe, da wir das richtige Wetter dazu haben. Kaum zu glauben, dass wir seit Schladming keinen einzigen Regentropfen abbekommen haben.

Von der höchsten Erhebung der Hirschegger Alpe, auf 1871 m, geht es leicht abfallend in Richtung Pack. Die Landschaft mit den Öfen, so werden die Gesteinsformationen genannt, ist bizarr und dadurch sehr abwechslungsreich.



Foto: Wunderschöne Verwitterungsformen – genannt Öfen

Bis auf die Knödelhütte haben alle Hütten bereits geschlossen. Der Name „Knödel“ hat übrigens nichts mit Serviettenknödel oder Kaspressknödel zu tun, sondern wurde nach Knödeln, die für die Rinder in der Hütte gelagert wurden, benannt. Diese Knödel bestanden aus Kleie, Mehl und Salz.



Foto: Ein Schilcherschnapserl mit Manfred bei der Knödelhütte

Nach einem Schnapserl geht der Abstieg zur Ortschaft Pack gleich leichter. Vor uns liegt noch eine Stunde Gehzeit und wir freuen uns sehr, als uns Eva Unterhuber entgegenkommt. Eva hat bis vor kurzem beim Tourismus Lipizzanerheimat gearbeitet und liebt die Berge und das Wandern. Das Schneeschuhwandern hat sie durch uns entdeckt, was uns speziell freut ;-)



Foto: Eva Unterhuber kommt uns von der Ortschaft Pack entgegen

Wir plaudern über dies und das und im Nu sind wir auf der Pack angekommen. Heute sind wir bei Hermine Liebmann, beim Berghof, untergebracht. Wir setzen uns gleich zu dritt in die nostalgische und gemütliche Gaststube vom Berghof. Nach dem Essen machen wir grundsätzlich unsere „Hausaufgaben“, aber der heutige Abend verläuft anders ;-)

Dabei beginnt alles ganz harmlos, wir sitzen gemütlich bei einem Sodaradler, wie jeden Tag und genießen das Essen von Hermi. Nach und nach kommen ein paar Einheimische ins Gasthaus, Hermi gesellt sich zu uns und nach ein paar Achterl Rotwein bekommen wir sogar einen musikalischen Heimatkundeunterricht. Wir singen gemeinsam ein Lied von Eduard Walcher. Und …. Wir singen für gewöhnlich nicht oft ;-) Aber eines ist sicher, der Refrain und die Pack werden wir uns immer in Erinnerung bleiben: „Auf der Påck, auf der Påck bei Edelschroatt“



Foto: Ein lustiger Ausklang auf der Påck, auf der Påck, in Edelschroatt…. (nach Eduard Walcher)

Es war ein ausgesprochen lustiger und feuchtfröhlicher Abend mit Hermi, Eva und Manfred. Das wir morgen eine unserer längsten Etappen vor uns haben, blenden wir diesen Abend aus. Morgen ist morgen und heute ist heute.

 

Fazit: Auf der Pock, auf der Pock bei Edelschrott ;-)

 

Unsere Einkehr- und Nächtigungstipp:

Gasthof Berghof
Hermine Liebmann
A-8583 Pack 35
Tel.: 0043 3146 8255

 

Barbarahaus (ganzjährig geöffnet)
Manfred Nestler
Tel.: 0043 664 7663668

 

Einkehrtipps unterwegs:

Knödelhütte
(bis Ende September geöffnet)
Manfred Nestler
Tel.: 0043 664 7663668

 

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In diesem Sommer und Herbst erwandern wir alle 60 Etappen vom Weitwanderweg und werden nächstes Jahr den Rother Wanderführer „Vom Gletscher zum Wein“ auf den Markt bringen.

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